Einige Mikroorganismen haben sich an extreme Lebensbedingungen angepasst. Beispiele hierfür sind hohe Salzgehalte oder hohe Temperaturen, wie sie z.B. in heißen Quellen auftreten. Viele dieser Vertreter gehören zu den Archaeen. Diese „Urbakterien“ stellen neben den Bakterien und den Eukaryonten die dritte Domäne des Lebens und unterscheiden sich u.a. darin, dass sie über keine Fettsäuresynthese verfügen und Lipide bilden, in denen isoprenoide Seitenketten als Äther mit dem Glycerinteil verknüpft sind [Koga und Morii, 2007]. Aufgrund der randständigen Lebensbedingungen sind diese häufig auch zu außergewöhnlichen Stoffwechselleistungen in der Lage [Meusel, 2004]. Diese können entweder für Syntheseprozesse (z.B. Produktion von Biowasserstoff) oder für Abbauprozesse (z.B. Mineralölabbau) zu Nutze gemacht werden. Weiter vorteilhaft beim Einsatz Extremophiler ist, dass diese nicht-infektiös für den Menschen sind (pathogene Arten finden sich insbesondere im mesophilen Temperaturbereich zwischen 30 und 39 °C; bislang sind keine Humanpathogene bei Archaeen bekannt) [Rieth, 2017].