Enzyme sind komplex aufgebaute Eiweißmoleküle, die in Organismen biochemische Stoffwechselprozesse steuern und beschleunigen können, weswegen sie auch als Biokatalysatoren bezeichnet werden. Dabei wirken diese Naturstoffe sehr spezifisch, das heißt, ein einzelnes Enzym katalysiert in der Regel nur eine einzige Reaktion und es wird von ihm nur ein ganz bestimmtes Molekül (Substrat) über das sogenannte Schlüssel-Schloss-Prinzip umgesetzt. Für eine schier unermessliche Vielfalt an Aufbau-, Abbau- und Umbau-Reaktionen gibt es in der Natur jeweils passende Enzyme. Nach internationalen Standards sind weltweit ca. 5.400 verschiedene Enzymklassen beschrieben, allein in der Enzym-Datenbank BRENDA sind 77.000 Enzyme aus über 30.000 verschiedenen Organismen gelistet. Diese biologisch abbaubaren Spezialwerkzeuge lassen sich in der Bioökonomie aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten hervorragend nutzen, um biobasierte Prozesse zu steuern und das meist bei milden, umweltfreundlichen Bedingungen (niedrigen Temperaturen, neutraler pH-Wert, wässrige Umgebung) [Graf, 2016]. Auch das Institut für Biologische Verfahrenstechnik macht sich die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Enzyme für viele technische aber auch haushaltsspezifische Anwendungen seit Jahren zu Nutze.