Die Metallbiologie befasst sich mit Mikroorganismen und ihren Wechselwirkungen mit Metallen. Hierzu nutzt man beispielsweise die von Mikroorganismen gebildeten Siderophore (natürliche Eisenchelatoren), die in der Lage sind, hoch spezifisch mit dreiwertigem Eisen Komplexe zu bilden. Diese Siderophore können durch spezielle, aerob wachsende Zellen aus nachwachsenden Rohstoffen in Fermentern produziert (s. beispielsweise ASA Spezialenzyme in Wolfenbüttel) und dann in Form einer Lösung oder in Pulverform zur Anwendung gebracht werden. Sie zeichnen sich durch einen milden pH-Wert aus, der dem der menschlichen Haut entspricht [Schell, Mohr, 1997]. Als Ideengeber für die Nutzung dieser Siderophore diente dem Institutsleiter Prof. Dr. Kunz dabei das bei Eisenvergiftungen zum Einsatz kommende Medikament „Desferal®“, welches auf dem natürlichen Chelatbildner Desferrioxamin A zur Bindung der Eisenionen basiert. In verschiedenen Forschungsprojekten wurde am Institut der Einsatz von Produkten mikrobiellen Ursprungs als Alternative zu den bisher gängigen Verfahren im Bereich der Metallindustrie untersucht, um gefahrlosere Prozesse zu implementieren [Kunz, 1997 und 2001].